"Eine nachhaltige Ergänzung"

Anne-Kathrin Laufmann im Interview zur Werder-Stiftung

Anne-Kathrin Laufmann ist nicht nur CSR-Direktorin, sondern auch Vorstand in der Werder-Stiftung (Foto: W.DE).
Interview
Montag, 01.04.2019 // 17:41 Uhr

Als CSR-Direktorin beschäftigt sich Anne-Kathrin Laufmann mit einer Vielfalt an sozialen Programmen des SV Werder Bremen. Ob Ballschulen-Projekt, die Windelliga oder das SPIELRAUM-Programm, mit verschiedenen Projekten werden die Grün-Weißen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht, als Bremer Unternehmen und als traditionsreicher Bundesligist im Rampenlicht des Fußballs. Mit der Werder-Stiftung wird dieses Engagement ergänzt. Im Interview mit WERDER.DE stellt sich Anne-Kathrin Laufmann, die neben ihrer Tätigkeit als CSR-Direktorin auch im Stiftungsvorstand arbeitet, den Fragen rund um die Werder-Stiftung.

WERDER.DE: Vielen Fans ist die Werder-Stiftung vielleicht noch gar kein Begriff. Was ist die Werder-Stiftung?

Anne-Kathrin Laufmann: „Die SV Werder Bremen Stiftung wurde von unserem Sport-Verein „Werder“ und der SV Werder Bremen GmbH & Co KG gegründet. Unsere Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Mit ihr möchten wir ganz grundsätzlich unser bisheriges soziales und gesellschaftliches Engagement erweitern und kleinere, externe Projekte unterstützen.“

Werder steht im bundesweiten Vergleich beim soziale Engagement sehr gut dar (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Warum wurde die Stiftung ins Leben gerufen und wie lange gibt es sie schon?

Anne-Kathrin Laufmann: „Eine Stiftung ist eine schöne und nachhaltige Ergänzung zu unserem bereits seit Jahren bestehenden sozialen und gesellschaftlichen Engagement. Die Gründung einer Stiftung ist der beste Weg, wenn man sich langfristig und nachhaltig gemeinnützig engagieren möchte - eben weil sie für die Ewigkeit bestimmt ist. Wir haben dort die Möglichkeit Spenden zu sammeln, Fundraising zu betreiben und Fördermittel einzuwerben. Der damalige Anstoß war, dass wir zum Einen kleinere regionale Projekte finanziell unterstützen wollten. Zum Anderen wollten wir uns damit eine weitere Möglichkeit schaffen, neue, eigene Projekte zu finanzieren und zu initiieren. Die Stiftung gibt es seit 2009, aber wir möchten unsere Stiftungsarbeit in naher Zukunft ausweiten und professionalisieren.“

WERDER.DE: Welche Aufgaben verfolgt die Werder-Stiftung?

Anne-Kathrin Laufmann: „Sie dient der Förderung des Sports, der Bildung und Erziehung, der Völkerverständigung, der Gewaltprävention sowie mildtätiger Zwecke. Gefördert werden dementsprechend ausgewählte Projekte im In- und Ausland im sozialen, sportlichen und ausbildenden Bereich. Das heißt, wir haben die Möglichkeit finanzielle Förderung zur Verfügung zu stellen, aber auch eigene operative Projekte durchzuführen.“

WERDER.DE: Lass uns gerne noch etwas konkreter werden. Welche Projekte unterstützt die Stiftung in diesem Jahr?

Anne-Kathrin Laufmann: „In diesem Jahr unterstützen wir unter anderem den Umwelt-Lernwerkstatt Bremen e.V., das Fanprojekt mit seinem „Lernort Ostkurvensaal“, die Bremer Leselust, die Bremer Engel und auch zum ersten Mal eines unsere eigenen Projekte, die „Förderung der Bewegung und des Sport in Schulen und Kitas“. Hierfür haben wir dankenswerter Weise eine größere Spendensumme von unserem Partner Infront erhalten.“

Wir sind über viele 'Werder Beweger' dankbar, die uns auf diesem Weg unterstützen möchten
Anne-Kathrin Laufmann

WERDER.DE: Insbesondere die Fördersumme ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Wie bewertest du die Entwicklung der Stiftung seit der Gründung vor zehn Jahren?

Anne-Kathrin Laufmann: „Es gibt immer mehr Unternehmen und auch Einzelpersonen, die unsere Stiftung unterstützen und damit einen großen und wichtigen Beitrag für die soziale Arbeit im Sport insbesondere in Bremen leisten. Uns ist sehr daran gelegen, dies auch weiter auszubauen und wir freuen uns natürlich über weitere zahlreiche Spenden. Auch die Mannschaft unterstützt uns seit dieser Saison mit einer großzügigen Spende. Das erleichtert uns natürlich unsere Arbeit und ermöglich einen Ausbau der Aktivitäten.“

Versucht die Stiftung zu professionalisieren und auszubauen: Anne-Kathrin Laufmann (Foto: nph).

WERDER.DE: Was unterscheidet denn die Arbeit der Werder-Stiftung von dem CSR-Engagement des Clubs?

Anne-Kathrin Laufmann: „Innerhalb der Stiftung müssen wir natürlich darauf achten, dass wir ausschließlich unsere Zwecke, die in der Satzung verankert sind, erfüllen. Das heißt dort steht die Förderung des Gemeinwohls und der soziale Aspekt im Vordergrund. Somit ist die Stiftung ein Teil unsere gesamten CSR-Strategie. CSR steht bekanntlich für Corporate Social Responsibility und erstreckt sich damit über den gesamten Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung mit den Themen wie Umweltschutz, Compliance, Mitarbeiter, Förderung des Sports und Persönlichkeitsentwicklung. Das heißt, CSR steht bei uns für eine gesamtunternehmerische Haltung und Verantwortung, die über das soziale Engagement hinaus geht.“

WERDER.DE: Neben deiner Tätigkeit als Direktorin für den Bereich CSR bist du auch für die Werder-Stiftung verantwortlich. Was ist deine Aufgabe und wer arbeitet darüber hinaus für die Stiftung?

Anne-Kathrin Laufmann: „Die Aufgaben des Vorstandes sind im Wesentlichen die Vertretung der Stiftung sowie die Geschäftsführung. Zudem gehört die Erfüllung des Stiftungszweckes sowie die Besorgnis der laufenden Verwaltungsangelegenheiten der Stiftung dazu. Das heißt, ich kümmere mich zum Beispiel um die Stiftungsanträge, ich sichte sie und spreche Empfehlungen an den Stiftungsrat aus, welche Projekte förderungswürdig sind. Zudem versuche ich die Stiftung zu professionalisieren und auszubauen. Daher habe ich auch bei der Deutschen Stiftungsakademie einen Lehrgang zur Stiftungsmanagerin belegt. Die Stiftung besteht aus einem ehrenamtlichen Vorstand Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Klaus Filbry und mir sowie einem sechsköpfigen Stiftungsrat aus Marco Bode, Marco Fuchs, Axel Plaat, Andreas Hoetzel, Thomas Krohne und Kurt Zech.“

WERDER.DE: Welchen Plan verfolgt Werder mit der Stiftung? Wie sieht die Zukunft der Stiftung aus?

Anne-Kathrin Laufmann: „Die Stiftung möchte neue soziale Projekte, insbesondere mit Sportbezug, umsetzen und dementsprechend ist es wichtig, auf lange Sicht unser Stiftungskapital zu erhöhen. Unsere Stiftung wird vom Club und der Mannschaft unterstützt, aber Spenden von Unternehmen und Privatpersonen sind jedoch für die Finanzierung der ausschließlich gemeinnützigen Arbeit enorm wichtig. Wir werden in den nächsten Wochen erstmalig eine Spendenplattform auf unserer Website integrieren, über die wir die Möglichkeit des Spendens verbessern möchten. Durch einen Freistellungsbescheid des Finanzamtes Bremens sind wir befähigt, Zuwendungsbestätigungen (Spendenbescheinigungen) für Spender auszustellen. Wir sind über viele ‚Werder Beweger‘ dankbar, die uns auf diesem Weg unterstützen möchten.“