Erfüllte Erwartungen

Nuri Sahin über neue Kontakte, neue Spielweisen und Wurzeln
Nuri Sahin übernimmt beim SVW Verantwortung, als Standardschütze, Stammkraft und im Mannschaftsrat (Foto: DFL).
Profis
Mittwoch, 20.11.2019 / 15:19 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Für Nuri Sahin war es ein Schritt raus aus der Komfortzone. Als Dortmunder Urgestein kannte Sahin alles: die Fans mit ihrer sagenumworbenen Südtribüne, die Vereinsphilosophie, Spielweisen gleich mehrerer Cheftrainer, die Stadt sowieso. Der Mittelfeldmann war zuhause, der BVB seine Heimat. Doch Sahin entschied sich zu gehen – und beim SV Werder einen Neuanfang zu wagen. Jetzt, anderthalb Jahre später, kann er auf einen "gelungenen" Schritt zurückblicken.

„Ich war tief in Dortmund verwurzelt und bin es noch heute“, sagt Sahin. Für den BVB schrieb er seinen Namen als jüngster Spieler der Bundesligageschichte in die Vereinschronik. Sahin gewann Meisterschaft und Pokal, stand im Champions-League-Finale. Doch den Schritt in die Hansestadt bereut er nicht. „Es ist alles so aufgegangen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe hier einen Traditionsverein vorgefunden, mit einem tollen Stadion, mit Fans, die das Spiel verstehen und einem Trainer, von dem ich viel lernen kann.“

Sahin: „Ich hatte großen Respekt vor der Kabine"

Nuri Sahin - Dortmunder Vergangenheit, Bremer Gegenwart (Foto: DFL).

In der laufenden Saison stand Sahin – abgesehen von seiner Gelb-Rot-Sperre im Leipzig-Spiel – in allen Bundesligapartien in Werders Startelf. Es läuft deutlich besser als in Sahins erster Hinrunde für den SVW. Logisch, findet der 31-Jährige, kam er als Last-Minute-Transfer doch ohne gemeinsame Saisonvorbereitung zu seinen ersten Werder-Einsätzen. Jetzt sei dagegen in „Fleisch und Blut übergegangen“, was der Trainer von ihm wolle. „Wir haben dieses Jahr in der Vorbereitung extrem viel taktisch gearbeitet. Das war auch für mich neu“, so Sahin. „Ich war dabei und kenne die Abläufe. Das war wichtig für mich.“

Und auch abseits des Platzes musste sich der eloquente Mittelfelddirigent neu orientieren. Gehörte Sahin jahrelang quasi zum Inventar der schwarz-gelben Kabine, war als Führungsspieler und Vereinsikone angesehen und sah eine ganze Generation an Spielern kommen und gehen, war er in Bremen Neuling. „Ich hatte großen Respekt vor der Kabine, davor neue Kontakte zu knüpfen, weil ich echt wenige Spieler kannte“, blickt Sahin zurück. Der Schritt raus aus der Komfortzone gelang. „Es hat funktioniert und ich würde sagen, mit dem Schritt nach Bremen ist das, was ich erwartet habe, zu 99 Prozent aufgegangen.“

 

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