Werder goes Riga

Jari Reuker bezwingt Alexei Shirov
Schach
Donnerstag, 27.02.2020 / 12:39 Uhr

Jonathan Carlstedt

Am 25.2. und 26.2. veranstaltete die lebende Legende Alexei Shirov ein kleines Schnellturnier in der Ostsee-Stadt Jurmala in Lettland.

Als ich zuerst von seinen Plänen hörte, ab Januar jeden Monat ein kleines Turnier zu veranstalten, war ich sofort begeistert einmal mit einigen Werderanern zunächst nach Riga zu fliegen und dann in das nicht unweit gelegene Jurmala weiter zu reisen, um an Alexeis Turnier teilzunehmen. Doch der Termin unter der Woche und der Umstand für ein Schnellturnier den umweltbelastenden Weg mit dem Flugzeug zu nehmen brachte viele Absagen mit sich. Als nur Jari zusagte, zögerte ich kurz, ob sich ein solcher Ausflug zu zweit wirklich lohnen würde. Doch am Ende überwog die Begeisterung für die Idee und Jari und ich machten uns am 24.2. per Flugzeug auf den Weg nach Riga. Eine gute Entscheidung.

Wir wurden von Alexei am Flughafen abgeholt und gingen zunächst im sogenannten „Lido“ essen, ein klassisch lettisches Buffet, das einen guten und leckerer Auftakt für unsere zweitägige Reise war.
Der allgemeine Plan für die Reise lautete vom 24.2. auf den 25.2. bei Alexei in Riga übernachten, dann nach Jurmala fahren wo das Turnier im Jantarnij bereg stattfand. Eine Art Erholungszentrum aus sowjetischer Zeit, das seit dieser Zeit unverändert blieb und damit den „Charme“ der früheren Zeit immer noch inne hat.
Doch bevor es so weit war, gab es noch eine kleine Feier in Alexeis Wohnung, das bedeutet in der Regel, 1-2 Kaltgetränke, Blitzen und Studien lösen bis tief in die Nacht und das mit einem ehemaligen Vizeweltmeister. Doch nicht nur das. Nach dem Tod von Mikhael Tal erwarb Alexei dessen Klavier, auf dem Jari uns seine Künste präsentierte.

Nach vielen Blitzpartien und gelösten Studien ging es spät in der Nacht ins Bett, kein Problem, da das Turnier am nächsten Tag erst um 17.40 Uhr starten sollte. Wir konnten also lange ausschlafen bevor wir uns auf den Weg Richung Jurmala machten. Im Hotel angekommen wurde noch schnell Mittag gegessen, sich ein wenig ausgeruht bevor dann um 17.40 Uhr das Turnier pünktlich startete. Leider mit nicht so vielen Teilnehmern wie erhofft, dafür aber neben Alexei mit einer weiteren Schachlegende, namens Evgenij Sveshnikov. Der Namensgeber der wieder sehr modernen Variante in der sizilianischen Verteidigung. Während das Turnier für Werder-Trainer Jonathan Carlstedt eher unter „zum Vergessen“ lief, trumpfte Jari groß auf. In Runde 3 konnte er mit den schwarzen Steinen Alexei bezwingen! Allein deshalb hatte sich die Reise bereits gelohnt oder um es mit Jaris Worten zu sagen „jetzt darf ich nie wieder gegen Alexei spielen, damit ich einen positiven Score gegen ihn behalte“. Am Ende des Tages hatte Jari 5 Punkte aus 7 Partien. Zwar wurde der Schreiber dieser Zeilen ein weiteres Opfer seiner Künste, doch der Name Sveshnikov schien Jari nicht zu liegen. Zunächst verlor er gegen Evgenijs Sohn Vladimir, um dann in Runde 7 die Sveshnikov-Variante zuzulassen und sich zeigen zu lassen, warum der Erfinder auch der Meister dieser Variante ist.
Bevor es nach dem ersten Tag zu einer kleinen Party auf Alexeis Suite ging, stellte Jari seine Künste im Billard zur Schau

Als wir dann um 22 Uhr auf Alexeis Suite eintrafen ging es natürlich weiter mit interessanten Gesprächen, Analysen der neusten Entwicklung im Jänisch-Gambit und unter anderem Ansageblitz. Nachdem ich mich bereits um 23 Uhr verabschiedete um ein wenig Schlaf zu bekommen, um wenig später eine Whatsapp von Jari zu erhalten „habe gerade gegen Alexei im Ansageblitz gewonnen", wusste ich, dass die Reise ungefähr so verlief, wie ich mir das vorstellte.
 

Am nächsten Tag ging es um 10.30 Uhr weiter. Nach dem Frühstück bereiteten wir uns mit einer weiteren Runde Billard vor. Jari zog die letzten 5 Runden durch, gewann am zweiten Tag alle Partien und beendete das Turnier bei fantastischen 10 Punkten aus 12 Partien. Bei der Siegerehrung, ehrte Alexei, der das Turnier mit einem halben Punkt mehr als Jari auf Platz 1 beendete, Jari mit den Worten „Zweiter Platz Jari Reuker, der es eigentlich verdient gehabt hätte dieses Turnier zu gewinnen.“

Bevor wir uns von Lettland mit einem leckeren Essen an der Ostsee verabschieden wollten, gab es noch eine kleine Exkursion. Wenige Meter vom Spielort gab es das in den 70ern gebaute Sommerhaus von Leonid Iljitisch Breschnew von 1964 bis 1982 Generalsekretär der kommunistischen Partei der Sowjetunion. Zwar sollte Breschnew das Haus am Ende nie besuchen, dich andere hochrangige Bürger der Sowjetunion nutzen das Haus. Eine kleine Führung durch das Haus war sehr interessant und aufschlussreich. Nach einigen weiteren Runden Billard ging es dann zu einem der besten Restaurants Rigas/Jurrmalas. Bei sehr leckeren Essen wurde die Reise ausgeklungen.

Wie immer wenn man zu Alexei fährt wird es eine interessante unvergleichliche Reise. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Eine weitere Idee von Alexei ist es ein Kinder-Trainingscamp in Jurmala zu veranstalten. Sollte dies auf die Beine gestellt werden, dann vielleicht mit sogar noch höherer Werderaner Beteiligung?!
Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut und bedanken uns bei Alexei, den Organisatoren und Sponsoren für ihre Gastfreundschaft!

Schach-Abteilung

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